09. Juni 2001
Sorge der Vermieter zum neuen Mietrecht wächst
Mitglieder von Haus und Grund Minden auf Erlebnisfahrt
Minden - "Leinen los" hieß es für 110 Mitglieder des Vereins Haus und Grund Minden. Mit dem Fahrgastschiff " Leineschloss ", Schiffseignerin ist Haus und Grund Mitglied Eva-Gloria Gerhardt, auf der Weser unterwegs in Richtung Rinteln war das diesjährige, von Vorstand und Geschäftsstellenteam organisierte Ausflugsprogramm. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen erfreuten sich die Mitglieder an dem Aus- und Anblick der langsam dahingleitenden Weserlandschaft. Ein einzigartiges Ambiente, hervorragende Bordgastronomie, ein modern eingerichtetes Fahrgastschiff sowie der historische Stadtrundgang in Rinteln machten den Tag sicher zu einem unvergesslichen Ereignis.
Doch die Seele konnten die Privatvermieter auf dem Sonnendeck nur begrenzt baumeln lassen. Beim gemeinsamen Gedanken- und Erfahrungsaustausch kam immer wieder die Sorge der Vermieter mit der Einführung des neuen Mietrechts zum 01. September 2001 zum Vorschein. Erstmals wird es unterschiedlich lange Kündigungszeiten für Mieter und Vermieter geben. Die Senkung der Kappungsgrenze auf 20% bei Mietzinsanhebungen und auch die stetig steigende Zahl von Leerständen bei Wohnungs- und Gewerberaum führt zur weiteren Verschlechterung des privaten Immobilieneigentums. Die zukünftig unausgewogenen Rahmenbedingungen werden auch dazu führen, dass private Investoren weniger Kapital in den Wohnungsbau fließen lassen, da der Staat offenbar am unfairen Interessenausgleich festhält. Die Chancen, dass Mietrecht zu liberalisieren und mehr Vertragsfreiheit zu gewähren, wird wohl vertan sein. Schaden wird dieses letztendlich auch den Mietern.
Steigen wird in den nächsten Wochen wohl auch der Beratungsbedarf der Vermieter in der Haus- und Grund Geschäftsstelle in der Pöttcherstr. 24. Das neue Mietrecht, die Einführung des Euros sowie die stetigen Änderungen im Steuer- und Erbschaftsrecht wird den Verein wieder vor neue Aufgaben stellen. Doch je mehr Haus- und Grundeigentümer der Interessengemeinschaft beitreten, derzeit sind es etwa 2100 Mitglieder, je größer wird der Einfluß auf die Politik sein, wieder die soziale Gerechtigkeit zwischen Mietern und Vermietern herzustellen.
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